Mit Gold verzierte Pagoden präsentieren den Reichtum eines Landes, dessen Menschen arm sind: Myanmar. Die Herstellung von Blattgold ist Knochenarbeit.

Die Besucher drängen sich auf den Plätzen rund um die Shwedagon-Pagode in Myanmar.

Die Besucher drängen sich auf den Plätzen rund um die Shwedagon-Pagode in Myanmar.

Hier ist alles Gold, was glänzt. Unermesslich ist der materielle und kulturelle Wert der  Shwedagon-Pagode. Vom Fuß der Pagode im Zentrum Yangons bis zur Spitze in 100 Metern Höhe ist das Wahrzeichen der Hauptstadt von Myanmar mit dem kostbaren Metall bedeckt, in der Mitte mit fliesenartigen Platten, bis zur Höhe von etwa 3o Metern mit Blattgold.

Eine Mutter und ihr Kind reinigen symbolisch eine blumengeschmückte Buddha-Figur.

Eine Mutter und ihr Kind reinigen symbolisch eine blumengeschmückte Buddha-Figur.

Auf 60 Tonnen wird das Gewicht des Edelmetalls geschätzt, das im Laufe der Jahrhunderte an dieser Kultstätte des Buddhismus aufgebracht wurde. Allein 500 Kilo soll das Gold des 13 Meter hohen Baldachins wiegen. Er ist besetzt mit mehr als 80000 Juwelen, neben Gold der zweite Reichtum des Landes. Exakt 4351 Diamanten zieren die Kugel auf der Spitze der Pagode, dessen 76 Karat wiegender Diamant in der Sonne glitzert.

Junge buddhistische Mönche beten inmitten der Menschenmenge.

Junge buddhistische Mönche beten inmitten der Menschenmenge.

Hunderte von Menschen drängen sich an diesem Abend um die Pagode mit den Reliquien ihres Religionsstifters, zwischen den Wächterfiguren und Spitztürmen, knien nieder vor den Schreinen, zünden Rauchwerk an, waschen das Gesicht der Buddha-Figuren in den zahllosen kleinen Pagoden, die sich auf dem fast 50 Hektar großen Gelände verteilen.

Vor einer Darstellung Buddhas in Gold beten Gläubige in der Shwedagon-Pagode.

Vor einer Darstellung Buddhas in Gold beten Gläubige in der Shwedagon-Pagode.

Gläubige sind inmitten der Menschenmassen ins Gebet vertieft. Eine Gruppe von jungen Mönchen singt auf den Knien rituelle Lieder, verbeugt sich dutzendfach und wiederholt immer dieselben Zeilen. Ein paar Schritte weiter bringen Pilger mit gefalteten Händen Votivgaben dar: Blumen an glitzernden, gold- und silberfarbenen Papiergestecken.

Gläubige bringen Votivgaben dar. in glitzerndes Gold gehüllte Blumengestecke.

Gläubige bringen Votivgaben dar. in glitzerndes Gold gehüllte Blumengestecke.

Es ist ein ungeheurer Reichtum und Zeichen eines tief verankerten Glaubens, den die Pagoden in einem Land präsentieren, in dem ein Großteil der Bevölkerung von weniger als zehn Euro am Tag leben muss. In diesem Kernland des Buddhismus geht die Zahl der Pagoden in die Zehntausende, gestiftet über die Jahrhunderte von Familien, Herrschern, Privatpersonen und Unternehmen, mal gepflegt und neu vergoldet. Tausende von Pagoden sind rund um die Stadt Bagan in der Landschaft verstreut, viele davon einfache Ziegelbauten. 

Die Pagodenlandschaft von Bagan aus der Luft.

Die Pagodenlandschaft von Bagan aus der Luft.

Buddha ist in Myanmar allgegenwärtig. Es gibt Straßen in Mandalay, die sind von weißem Staub bedeckt. Er stammt von den Werkstätten der Steinmetze, die ihr ganzes Können in der Darstellung Buddhas stecken. Kleine Handwerker in Dorfwerkstätten gießen billige Figuren in Tonformen für die Souvenirläden.

In Tonformen haben Handwerker diesen goldfarbenen Buddha gegossen.

In Tonformen haben Handwerker diesen goldfarbenen Buddha gegossen.

Die kleinen Buddhas werden an Souvernirläden verkauft.

Die Buddha-Figuren werden an Souvernirläden verkauft.

Neben Erdöl, Jade und anderen Edelsteinen, die auf dem Markt in Yangon offen gehandelt werden, gehört Gold zu den wichtigsten Bodenschätzen des Landes. Seine Verarbeitung für die Ausschmückung der Tempelanlagen ist ein Knochenjob, zu beobachten in kleinen Werkstätten.

Knochenarbeit. Vier Männer schlagen das Gold zwischen ihren Füßen zu Blattgold.

Knochenarbeit. Vier Männer schlagen das Gold zwischen ihren Füßen zu Blattgold.

Mit schweren Hämmern schlagen vier Männer das Gold zwischen ihren Füßen, gepresst zwischen Bambuspapier, zu Blattgold. Ihr Rhythmus folgt dem Akkord, den die vier Ambosse von sich geben, ähnlich dem Glockenspiel einer europäischen Kirche. Gibt nur einer der Männer seiner Erschöpfung nach, sind Klang und Rhythmus unterbrochen.

Gold im Wert von vielen Tausend Euro geht durch die Hände der beiden Frauen, die das Blattgold sortieren.

Gold im Wert von vielen Tausend Euro geht durch die Hände der beiden Frauen, die das Blattgold sortieren.

Mehr als wenige Minuten schafft es niemand, dann lehnen sich die Männer erschöpft zurück. Frauen übernehmen die Arbeit, das Gold zu sortieren und in Blattform zurecht zu schneiden, das später in Tempelanlagen verwendet wird. Werte von abertausenden Euro gehen durch die Hände von Menschen, die mit einem Bruchteil davon um ihren Alltag kämpfen müssen.

 

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